FDP-Chef: Unkontrollierte Einwanderung ist unverantwortlich
FDP-Chef Christian Lindner fordert eine neue Einwanderungspolitik in Europa. Der Verzicht auf Regeln sei nicht sozial oder human, sagte er der "Bild am Sonntag". Ganz im Gegenteil würde als Folge einer unkontrollierten Einwanderung das staatliche Gemeinwesen und jedes System sozialer Sicherheit zusammenbrechen.
Der FDP-Vorsitzende erklärte, dass die Kontrolle der Grenzen zudem keine Abschottung sei. Die Kontrolle der eigenen Grenzen ist demnach eher als ein geregeltes Steuern der Ein- und Ausreisen eines Landes zu verstehen.
Mit Blick auf Forderungen des neuen österreichische Bundeskanzlers Sebastian Kurz, die illegale Migration nach Europa komplett zu unterbinden, erklärte Christian Lindner: "Wir haben humanitäre Verpflichtungen und ein Interesse an qualifizierter Einwanderung", doch dass "man sich gegen illegale Einwanderung wendet, halte ich für eine Selbstverständlichkeit".
Das Interview fand vor dem Hintergrund eines Mordes in Rheinland-Pfalz statt, bei dem ein junger afghanischer Mann ein 15-jähriges Mädchen erstochen hat. Probleme müssten offen angesprochen werden, damit mit Ängsten keine Politik gemacht werden könne. "Unser Land bleibt nur dann tolerant und weltoffen, wenn die Menschen sich zu jeder Zeit und an jeder Stelle auf unsere Rechtsordnung verlassen können", warnte Christian Lindner.
Er höre gerade bei allein eingereisten jungen Männern von vielen Problemen. "Da geht es nicht nur um freundliche Fürsorge, sondern auch um erzieherische Maßnahmen. Wenn jemand dem nicht zugänglich ist, muss die Ausweisung geprüft werden", so der FDP-Chef.